18.08.2020

Schmuck und Deko aus Resin
⁣ 👉🏻 der erste Guss


Was in der Planungsphase noch so einfach klang entpuppte sich Stellenweise als kleine Katastrophe.
Das der erste Anlauf nicht gleich perfekt gelingt war ja klar, aber manches hat mich dann doch überrascht.
Es scheint als wäre dieses Unterfangen doch schwieriger als erwartet.

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Die Gießhöhe, die Bläschen
und wie Blümchen auf das Acryl reagieren

Meine Mittlere Silikonform für eine Sphere ist gerade mal 2 cm im Durchmesser. Das war schon zu viel für mein Epoxy mit 1 cm Gießhöhe. Trotz Blümchen - Füllung ist die Soße übergekocht. Zum Glück stand die Form vorsorglich auf einem geeigneten Untersetzer. An der Öffnung ist Schaum entstanden und rund um das Blümchen haben sich unzählige hässliche Bläschen gebildet. Diese sind nicht beim Einfüllen entstanden, sondern durch das sich erhitzende Resin. Noch ärgerlicher ist es, wenn man am Ende Blasen an Stellen findet, wo sie vorher nicht zu sehen waren. Zum Beispiel in den Ecken der Gussform. Siehe dazu das mittlere Bild unter diesem Text. 😔 

Die Bläschen so einfach mit dem Heißluft-föhn wegpusten geht auch nicht. Bläschen auf der Oberfläche kann man so entfernen. JA! ABER: Bei so kleinen Silikonformen muss man aufpassen, dass man nicht gleich das Epoxidharz mit aus der Form bläst. Nicht das es mir passiert wäre.🙈 Auf der anderen Seite kann man so kleine Formen auch sehr schnell mit einem Heißluft-föhn auf niedrigster Stufe derart erhitzen, dass das Resin aus sich heraus zu kochen beginnt. Dann hat man ganz erfolgreich noch mehr Blasen in das Acryl gezaubert. 🧙🏼‍♀️

Das nächste Problem ist zum einen die entstehende Wärme zum anderen die Chemikalie selbst. Beides verändert wohl die Pigmente der Pflanzenteile. Die Verfärbung ist nicht ganz unerheblich! Weiß wird grün, Grün wird Gelblich, Pink wird Blau und so weiter. Das macht es natürlich schwierig Schmuck herzustellen. Im nächsten Durchgang werde ich ein UV Resin testen. 🧐🤔 Dann wird sich zeigen, ob die die Farbänderung mit Hitze zusammenhängt oder eine Reaktion auf die chemische Substanz ist.  

Verdammte Physik!

Knifflig ist auch die sich ändernde Viskosität. „Frisch“ angerührt (oder gut erhitzt) ist mein Resin wie flüssiger Honig und wird in den nächsten 20 – 30 Minuten zu festem Honig. Es ist also meistens flüssig genug um durch jede noch so kleine Ritze zu entfleuchen aber dennoch so schwer und Zäh um zarte Blüten zu zerknüllen. Wer richtig Pech hat wird nach dem Aushärten herausfinden, welche Stoffe leichter sind als das Epoxy. Diese werden dann in der Silikonform gaaaanz langsam aufsteigen. Dann findet man seine Zusätze oben oder ganz unten im DIY Schmuck aus Resin. Da hilft vermutlich nur wieder Geduld um in Schichten zu gießen. … oder ein UV- Epoxidharz. Das klingt immer verlockender.  

Aller Anfang ist schwer

Was alles daneben ging:

  • Bläschen beim Anrühren, da das Epoxy schon zu zähflüssig war
  • Bläschen entstehen beim Aushärten, da ich die Gießhöhe nicht beachtet habe
  • Pflanzen haben sich unschön verfärbt
  • Acrylfarben aus dem Malerbedarf sind nur bedingt zum mischen geeignet 😅
  • Pflanzen und Goldflocken sind im Epoxy an die Oberfläche getrieben
  • Eine Gussform ist übergekocht und das Resin ist ausgetreten

Wie es scheint habe ich also fast alle Anfängerfehler mitgenommen, 🤦🏼‍♀️   obwohl ich vorher viel recherchiert habe. Außer dem UV-Resin plane ich für den zweiten Anlauf mich in mehr Geduld zu üben. Vielleicht ist dann auch die Hitzewelle vorbei und ich habe in meinem Hobbykeller(!) keine 23°C mehr. 

Meine Überlegung mit der Vakuumkammer hat sich auch schon wieder relativiert. Für den Einstieg in diese Arbeitsweise gibt es scheinbar zwei Hürden.
Erstens sollen die Preiswerten Vakuumpumpen nicht genug Leistung bringen. Zweitens wird auch von ölgetriebenen Pumpen abgeraten. Diese sollen gesundheitlich fragwürdige Öldämpfe abgeben, welche definitiv auch für das Epoxy unverträglich sind. Von meiner Fotoausrüstung ganz zu schweigen.
Somit bleibt nur der weg zum gehobenen Preissegment. Ölfreie Vakuumpumpen, welche mehr als -0,8 Bar Leistung bringen kosten aktuell mehr als 150€. Zusammen mit der Vakuumkammer und dem restlichen Zubehör rechne ich mit einer Investition von mindestens 400€.

Und dann ist dieser Weg auch kein Allheilmittel. Resin und Vakkum ist auch wieder so eine Wissenschaft für sich.
Also berichte ich hoffentlich bald von meinen Erfolgen mit dem UV-Resin