Neulich habe ich Natascha und Sandy  von Woodworking Horntasch besucht und mir erklären lassen wie man einen Ring aus Holz eigentlich herstellt. In diesem Beitrag schauen wir also mal Natascha auf die Finger. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie wird Cocobolo verwenden um einen Ring aus Holz in der Größe 70 herzustellen. 

Das richtige Holz

Grundsätzlich eignet sich nicht jedes Holz. Es darf nicht zu weich sein, nicht gesprungen sein und Astlöcher darf es natürlich auch nicht haben.

Schon bei der Auswahl des Holzes gilt es einiges zu beachten. Soll der Ring eher gleichmäßig werden oder die Maserung gut zu erkennen sein?

Die Sache mit der Maserung ist eigentlich immer ein Glücksspiel.

Keiner kann in den kleinen rechteckigen Holzblock hineinsehen und vorhersagen wie die Maserung im inneren verläuft.

Hier bohrt Natascha nur ein kleines Loch um das noch ungleichmäßige Stück Cocobolo besser in der Drechselmaschine einspannen zu können.

Dann wird das Stück Cocobolo auf das Opferholz aufgeklebt und eingespannt. Immerhin kann man das Holz für den Ring nicht an Siemens Lufthaken einspannen. 

Jetzt kommen erstmal grob die Kanten weg. Dann Läuft das Stück viel besser rund. 

das "Innere" herausholen
Im nächsten Schritt wird zuerst ein Loch gebohrt...

...welches dann vorsichtig auf die zukünftige Ringgröße erweitert wird. 

Der Metalleinsatz im inneren ist wichtig für die zukünftige Stabilität des Ringes.

Holz allein in dieser Größe wäre zu zerbrechlich und könnte splittern. Immerhin ist die Holzschicht am Ende gerademal ca. 2mm „dick“. 

Vorsichtig, Stück für Stück arbeitet sich Natascha vor. Einmal abgerutscht. Zu tief, zu viel ... und alles geht von vorn los. Dann ist der Rohling dahin.

Das Loch muss vom Umfang und der Tiefe genau ausgearbeitet werden, bevor der innere Metallring eingeklebt wird.

Jetzt kommt der Rohling endlich wieder runter vom Opferholz. Denn nun kann man den gelöcherten Holzblock  mit einem sogenannten Mandrel am Metalleinsatz einspannen.

rund muss es werden
Im nächsten Arbeitsgang wird die Breite des Rings geformt. Der Metalleinsatz ist anfangs schmaler als der ursprüngliche Holzblock. Also  muss der dicke Block abnehmen und schmaler werden. 

Da verliert der Block in weniger als einer Minute mal 2-5 mm. In diesem Tempo würde ich auch gern abnehmen können, vielleicht sollte ich mir die Drechselbank mal ausborgen. 

Nach etwa 30 Minuten sieht man schon den zukünftigen Ring und es wird auch erst jetzt ersichtlich welche Maserung der Ring wirklich haben wird. 

Neulich habe ich Natascha und Sandy  von Woodworking Horntasch besucht und mir erklären lassen wie man einen Ring aus Holz eigentlich herstellt. In diesem Beitrag schauen wir also mal Natascha auf die Finger. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sie wird Cocobolo verwenden um einen Ring aus Holz in der Größe 70 herzustellen. 

Genauestens kontrolliert Natascha die Oberfläche und die Kanten. Erst wenn sie Zufrieden ist...

... die äußeren Metallringe aufgepresst werden. Diese Schützen die Kanten des Rings vor Schäden. 

Wer jetzt glaubt die Arbeit wäre getan, hat weit gefehlt. Noch ist das Holz viel zu dick.

der letzte Schliff
Die letzten Millimeter werden mit Schleifpapier entfernt. Bis das Holz tatsächlich so "dick" (oder besser "so dünn") ist wie der Kantenschutz. 

Anschließend wird die Oberfläche noch versiegelt und poliert.Insgesamt dauert die ganze Prozedur bei Natascha etwa 1 Stunde.

Geübt wie sie ist, hätte sie diesen Ring auch schneller fertig gehabt. Leider musste ich sie ab und an ausbremsen um geschwind ein Foto zu erhaschen.